Wie läuft die Übersetzung ab?
 

Die Durchführung einer (technischen) Übersetzung hat sich in den letzten Jahren dramatisch geändert. Der Übersetzer ist ein klassischer „Arbeiter im stillen Kämmerlein“, was durchaus wörtlich zu nehmen war und häufig noch ist.

Übersetzungsbüros hatten fest angestellte Übersetzer, die in ihrem Büro saßen und den immer wieder aufgefüllten Stapel abarbeiteten. Mit dem Aufkommen der Translation Memories, deren prominentester Vertreter SDL Trados ist, änderte sich an diesem Bild nichts. Den Übersetzern wurden jetzt zwar Wiederholungen abgenommen (und nicht mehr bezahlt), sie saßen aber immer noch allein an ihrer Arbeit, abgeschottet von der Außenwelt!

Die immer dynamischere Globalisierung und in Europa das starke Wachstum der Europäischen Union führten aber zu einem dramatischen Anstieg des Übersetzungsvolumens, nicht zuletzt durch eine gestiegene Anzahl von Zielsprachen, und damit der Kosten. Gleichzeitig schrumpfte in vielen Bereichen die Lebensdauer der Produkte. Damit steigt der Zeitdruck bei der Dokumentationserstellung und der nachfolgenden Übersetzung.

Beispiele:

  • Ein Tintenstrahldrucker wird nur wenige Monate verkauft, bevor er durch ein Nachfolgemodell abgelöst wird. Ein guter klassischer Dokumentations- und Übersetzungsprozess dauert etwa drei Monate, was die heiße Verkaufsphase des Produkts schmerzlich verzögert. Hier zählt jede Woche!
  • Mobiltelefone werden in vielen Ländern auf den Markt gebracht. Eine typische Anforderung ist die simultane Übersetzung in 65 Sprachen.

Steigt das Volumen und wird die Zeit kürzer, liegt es nahe, Abstriche bei der Qualität zu machen.

Das Gegenteil ist der Fall. Will ein Produzent sich aus der Masse der Billigimporte aus Niedriglohnländern absetzen, muss sein Produkt wie ein lokales Erzeugnis aussehen. Damit sind die Anforderungen an die Übersetzung stark gestiegen. Es reicht nicht mehr die technische Richtigkeit und Verständlichkeit, nein, es muss sich wie ein Originaltext anhören.

Die Dokumentation von Nachfolgeprodukten soll möglichst viel aus den Vorgängern übernehmen, aber das Heraussuchen der Texte und Memories ist zeitraubend und arbeitsintensiv.

Der Aufwand für die Verwaltung einzelner Übersetzer oder Büros in jedem Land ist viel zu groß und Übersetzungsbüros können natürlich nicht alle Sprachen an einem Ort abdecken.

 

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Dilemma: Große Volumina mit kurzer Bearbeitungszeit machen es erforderlich, dass mehrere Übersetzer an einem Projekt arbeiten. Wie kann man sicherstellen, dass sie konsistent formulieren?

Die Lösung dieses und vieler weiterer Probleme basiert auf dem Internet. Es ermöglicht Kommunikation in Echtzeit, automatische Datenübertragung ohne Benutzereingriff, Arbeiten an Dateien, die sich auf einem Server am anderen Ende der Welt befinden, Arbeiten in einer virtuellen Gruppe usw. Es spielt damit (fast) keine Rolle mehr, wo sich die Übersetzer befinden: Sie können mit anderen in einem Büro sitzen oder allein in ihrem Zimmer, am Strand von Hawaii oder mitten in Berlin. Alles, was sie brauchen, ist eine Verbindung ins Internet.

Anstatt mit 65 Übersetzern in ebenso vielen Ländern zu verhandeln, nutzt der Kunde sein Content Management System oder andere Lösungen zur direkten und automatisierten Kommunikation mit einem Anbieter.

Der verwendet ein datenbankgesteuertes, zentrales Translation Memory mit zugehörigem Workflow, um die Inhalte aufzubereiten und Übersetzern in den jeweiligen Ländern zur Verfügung zu stellen. Arbeiten mehrere Übersetzer an einem Text, sehen sie während der Arbeit identische oder ähnliche Sätze ihrer Kollegen, können diese übernehmen und sich so aufeinander abstimmen.

Interne Mitarbeiter des Anbieters sorgen für Qualität und reibungslosen Ablauf, finden, testen und trainieren neue Übersetzer, kommunizieren mit dem Kunden und übersetzen mit.

 

 

 

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