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Was bedeutet Lokalisierung?

Der Begriff Lokalisierung (L10N) stammt aus der Software-Industrie. Er hat nichts mit dem Auffinden zu tun, sondern damit, etwas „lokal“ zu machen, das heißt so sorgfältig an die lokalen Gegebenheiten und Gebräuche anzupassen, dass es so aussieht, als wäre es vor Ort gemacht.

Also umfasst die Lokalisierung die Übersetzung, aber auch vieles andere mehr. Soll ein deutsches Auto zum Beispiel in den USA verkauft werden, müssen nicht nur die „Handschuhfachliteratur“ und die Werkstatthandbücher übersetzt werden. Das Auto braucht andere Scheinwerfer und Umbauten aus gesetzlichen Gründen. Außerdem wird die Ausstattung an den amerikanischen Geschmack angepasst. In diesem Fall soll zwar nicht der Eindruck erweckt werden, es handele sich um ein amerikanisches Auto (das wäre wenig verkaufsfördernd), aber das Auto muss trotzdem lokalisiert werden, da es sonst nicht verkauft werden könnte oder dürfte.

Was geschieht bei der Lokalisierung?

Benutzerhandbücher werden „klassisch“ übersetzt, wobei strikt darauf zu achten ist, dass alle Oberflächenelemente (Menüs, Dialogfelder, Schaltflächen usw.) exakt so übersetzt werden, wie sie auch dem Benutzer angezeigt werden. Daher sollten die Handbücher immer zum Schluss übersetzt werden, wenn die Programmübersetzung fertig ist.

Heute wird die gedruckte Dokumentation immer stärker von der Onlinehilfe verdrängt. Bei der Hilfeübersetzung muss sichergestellt werden, dass alle Verweise und Verzweigungen zu anderen Hilfepunkten exakt formuliert sind und richtig funktionieren. Damit sind bei der Hilfelokalisierung technische Schritte nötig, die über die reine Übersetzung hinaus gehen.

Die großen Unterschiede zur reinen Übersetzung liegen aber beim Programm. Das fängt mit der Internationalisierung an.

Sind die Fragen der Internationalisierung geklärt, wird der Text mit Hilfe spezieller Programme aus dem Code extrahiert und dem Übersetzer in „Häppchen“ serviert. Damit wird üblicherweise das zu übersetzende Programm so simuliert, dass der Übersetzer erkennen kann, wie sich seine Übersetzung auswirkt.

Zum Beispiel ist „Abbrechen“ deutlich länger als „Cancel“, muss aber trotzdem auf die gleiche Schaltfläche passen, was man entweder schon bei der Programmierung berücksichtigen oder bei der Übersetzung korrigieren kann. Leider ist diese Simulation bei dynamischen Programmen, die während der Ausführung aus Datenbanken gespeist werden, nicht möglich.

Cancel-Button Abbrechen-Schaltfläche

Verschiedene andere Dinge sind anzupassen, z. B. die Tastenkürzel. Ruft man in der englischen Version das Menü „File“ mit ALT-F auf, ist diese Tastenkombination im Deutschen wenig sinnvoll, denn warum sollte man das Menü „Datei“ mit „ALT-F“ aufrufen, das sollte tunlichst mit „ALT-D“ geschehen.

Es gibt aber auch Funktionalitätsänderungen, die bei der Lokalisierung nötig werden. Am deutlichsten wird das bei Buchhaltungssoftware, da sich die gesetzlichen Bestimmungen und buchhalterischen Gepflogenheiten von Land zu Land stark unterscheiden. Eine einfach übersetzte Software wäre in diesem Fall völlig unbrauchbar.

Weitergehende Informationen

 

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