Wie schwierig die Qualität zu beurteilen ist, kann man am besten anhand einer anerkannten Lösung darstellen.
Die Localization Industry Standards Association, kurz LISA, hat basierend auf der amerikanischen Norm SAE J2450 ein Programm zu Bewertung der Lokalisierungsqualität entwickelt, das LISA QA Model (gegenwärtig Version 3.1). Es soll die Beurteilung der Qualität vereinfachen, indem es Fehlerkategorien vordefiniert und den einzelnen Kategorien Gewichtungen zuweist (ein fehlendes Komma ist sicherlich nicht so schwerwiegend wie eine Sinnverdrehung - "Ventil auf" statt "Ventil zu").
Sie brauchen also nichts weiter zu tun als die Anzahl der in den verschiedenen Kategorien ermittelten Fehler einzutragen und schon bekommen Sie das Ergebnis in der Form von "Bestanden" oder "Nicht bestanden".
Das Problem liegt woanders: LISA definiert 46 (!) Kategorien, die jeder anders interpretiert, so dass in der Praxis immer wieder heftige Diskussionen darüber auftreten, wie ein bestimmter Fehler einzuordnen ist oder ob er überhaupt als Fehler zu betrachten ist.
Ein Grund dafür sind die Vorgaben, die von den Firmen gemacht werden, um die Corporate Identity zu bewahren. Da diese laufend ergänzt werden, kommt es gar nicht so selten zu Widersprüchen und Zweideutigkeiten. Wir konnten in verschiedenen Qualitätsdiskussionen mit unseren Kunden nachweisen, dass ein "Fehler" auf solche Ungereimtheiten zurückzuführen war und damitnicht als Fehler betrachtet werden durfte.
Ein weiteres Problem ist die Qualität des Ausgangstextes. Je schlechter der ist, desto schwieriger wird es, eine gute Übersetzung abzuliefern. (LISA berücksichtigt das übrigens im QA Model.)
Es gibt in Deutschland eine Organisation, die sich mit Qualitätsthemen beschäftigt und Informationen bzw. Hilfestellung bieten kann: